
Podcast | Staffel 2 | Folge 37
Versorgungswerk und was daneben?
Ärzte, Apotheker, Zahnärzte, Rechtsanwälte und Notare zahlen häufig erhebliche Beträge in ihre berufsständische Altersvorsorge ein. Doch wie baut man daneben eigenes, flexibel verfügbares Vermögen auf?
Worum es geht
Ein Versorgungsanspruch ist noch kein frei verfügbares Vermögen
Wer als Arzt, Apotheker, Rechtsanwalt oder Angehöriger eines anderen Kammerberufs arbeitet, verfügt in der Regel über eine berufsständische Altersversorgung. Sie ist für viele der größte Baustein der eigenen Vorsorge.
Ein Versorgungsanspruch und frei verfügbares Privatvermögen sind allerdings zwei verschiedene Dinge. Das eine sichert später ein Einkommen, über das andere können Sie jederzeit selbst entscheiden.
In Folge 37 sprechen Simon Petz und Christoph Siebecke darüber, wie eine zusätzliche private Vermögensstruktur aussehen kann und welche Fragen sich lohnen, bevor weiteres Kapital langfristig gebunden wird.
Inhalt der Folge
Darum geht es in dieser Folge
- 01
Wie berufsständische Versorgungswerke funktionieren
Pflichtmitgliedschaft über die Kammer, Selbstverwaltung, eigene Satzung: Wir ordnen ein, wie diese Systeme aufgebaut sind und warum sie für Kammerberufe an die Stelle der gesetzlichen Rente treten.
- 02
Pflichtbeiträge und freiwillige Zusatzbeiträge
Einen einheitlichen Beitrag für alle Kammerberufe gibt es nicht. Wir zeigen an Beispielen aus den Satzungen 2026, wie unterschiedlich Pflichtbeiträge ausfallen und was freiwillige Mehrzahlungen bewirken.
- 03
Versorgungsanspruch und frei verfügbares Vermögen
Eine Anwartschaft ist ein Anspruch auf ein späteres Einkommen. Wir arbeiten heraus, worin sich das von einem eigenen Depot unterscheidet, etwa bei Verfügbarkeit, Steuerung und Nachfolge.
- 04
Liquidität und Flexibilität
Welcher Teil des Vermögens muss kurzfristig verfügbar sein, welcher darf lange arbeiten? Und was passiert, wenn beides gedanklich in einen Topf fällt?
- 05
Vermögensverwaltung als zusätzliche Säule
Wie eine strukturierte Vermögensverwaltung neben dem Versorgungswerk aussehen kann: Anlageziele, Risikoprofil, Entnahmen und laufende Betreuung. Als Ergänzung, nicht als Ersatz.
- 06
Was Kammerberufler für sich prüfen können
Fünf Fragen zum Mitnehmen, von der eigenen Anwartschaft über den tatsächlich frei verfügbaren Anteil des Vermögens bis zur Frage, wie daneben systematisch Vermögen entsteht.
Modell aus der Folge
Drei Vermögenstöpfe
Das Modell, mit dem wir in der Folge sortieren: Jeder Euro gehört in einen der drei Bereiche, und jeder Bereich hat eine eigene Aufgabe.
Die Basis
Versorgungswerk
Die berufsständische Altersversorgung mit lebenslanger Rente und je nach Satzung weiteren Leistungen. Sie läuft langfristig und folgt den Regeln des jeweiligen Versorgungswerks.
Die Reserve
Liquidität
Kapital für kurzfristige Ausgaben, für die Praxis, die Apotheke oder die Kanzlei und für Unvorhergesehenes. Dieser Teil soll verfügbar bleiben und nicht schwanken.
Die zweite Säule
Investmentvermögen
Langfristig investiertes, aber grundsätzlich frei verfügbares Privatvermögen. Struktur, Risiko und Entnahmen richten sich nach Ihren Zielen und lassen sich anpassen.
Eine ausgewogene Vermögensstruktur betrachtet alle drei Bereiche gemeinsam.
Wie viel Ihrer finanziellen Zukunft hängt heute von einem einzigen Versorgungssystem ab?
Es geht nicht darum, das Versorgungswerk zu ersetzen. Für viele Kammerberufe ist es der tragende Baustein der Altersversorgung und bleibt es auch.
Es geht darum zu verstehen, welche Vermögenswerte daneben vorhanden sind und wie flexibel Sie darauf zugreifen können.
Zielgruppe
Für wen ist diese Folge interessant?
Apotheker
Für Apotheker, die neben Pflichtbeiträgen oder freiwilligen Mehrzahlungen zusätzliches Privatvermögen aufbauen möchten.
Ärzte
Für niedergelassene und angestellte Ärzte, deren Vorsorge bisher fast vollständig über das Versorgungswerk läuft.
Zahnärzte
Für Zahnärzte, die Praxis, Versorgungswerk und Privatvermögen erstmals als Gesamtbild betrachten möchten.
Rechtsanwälte
Für Anwältinnen und Anwälte, die wissen möchten, welcher Teil ihres Vermögens tatsächlich frei verfügbar ist.
Notare
Für Notare, deren Versorgung eigenen Regeln folgt und die daneben eine eigene Struktur aufbauen möchten.
Größenordnung
Ab etwa 100.000 Euro frei verfügbarem Kapital
Eine pauschale Grenze gibt es nicht. Häufig wird eine individuell strukturierte Vermögensverwaltung dann interessant, wenn bereits etwa 100.000 Euro oder mehr an frei verfügbarem Kapital vorhanden sind oder in den kommenden Jahren aufgebaut werden sollen.
Entscheidend ist nicht der einzelne Betrag, sondern die gesamte Vermögenssituation: Reserve, bestehende Anlagen, Ziele und Zeithorizont.
Weiterführend
Vermögensaufbau für Kammerberufe
Auf unserer Themenseite für Ärzte, Apotheker, Zahnärzte, Rechtsanwälte und Notare finden Sie die Inhalte dieser Folge ausführlich: den Vergleich von Versorgungsanspruch und Privatvermögen, typische Ausgangssituationen und den Ablauf der kostenlosen Online-Beratungsstunde.
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