Die Fed hebt die Zinsen gegen den erklärten Willen des Präsidenten – wir fragen, wo ein Viertelpunkt aus Washington im Vermögen eines Anlegers in Deutschland wirklich ankommt.
Staffel 2, Folge 36:
Der Preis der Unabhängigkeit
Die Fed hebt die Zinsen gegen den erklärten Willen des Präsidenten – wir fragen, wo ein Viertelpunkt aus Washington im Vermögen eines Anlegers in Deutschland wirklich ankommt.🧠 Worum geht’s in dieser Folge?
Am 16. September 2026 hat die Fed unter Kevin Warsh den Leitzins angehoben – obwohl Präsident Trump öffentlich die niedrigsten Zinsen der Welt forderte. Simon und Christoph Siebecke verfolgen den Weg dieses Viertelpunkts: von der Anleihe über die Baufinanzierung bis zum Weltaktien-ETF und fragen, was Unabhängigkeit einer Notenbank für ein Depot in Deutschland bedeutet.Frage 1 – Geschichte geschrieben?
Die Fed bewahrt mit dieser Entscheidung ihre Glaubwürdigkeit als unabhängige Institution – ein Signal der Stabilität, das die Märkte zunächst positiv aufnehmen. Sollte der Druck der Kapitalmärkte Trump zu einer Deeskalation im Iran bewegen, könnten sinkende Ölpreise den Weg für spätere Zinssenkungen ebnen, wovon Anleihen dann profitieren würden.Frage 2 – Niedrige Zinsen auf Zuruf
Wenn eine Notenbank bei hoher Inflation die Zinsen senkt, steigen die Inflationserwartungen – und damit die Renditen am langen Ende, die als Benchmark für Hypothekenzinsen dienen. In Deutschland reagieren Bauzinsen allerdings stärker auf die Fristentransformation der Banken als auf Staatsanleihenrenditen, weshalb die Kreditmärkte nur bedingt vergleichbar sind.Frage 3 – Breit gestreut oder Wette auf Amerika?
Der Name MSCI World ist irreführend: Mit über 72 Prozent US-Anteil müsste er eigentlich MSCI USA heißen. Europa ist deutlich untergewichtet, und die Anteile weichen stark von den tatsächlichen BIP-Gewichten der Länder ab – echte Diversifikation sieht anders aus.Frage 4 – Freitag in Tokio
Ein Viertelpunkt in Tokio wird deutsche Depots kaum so erschüttern wie damals im August 2024, als die Bank von Japan eine geldpolitische Kehrtwende vollzog und massenhaft Carry Trades aufgelöst wurden. Japanische Assets sind in deutschen Portfolios ohnehin deutlich unterrepräsentiert – der Vergleich mit den USA hinkt.Frage 5 – Portfolio-Schlüsse für Anleger
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📚 Vertiefung im Ratgeber
Die Begriffe aus dieser Folge – mit Rechenbeispielen und Musterportfolios:
- Duration: wie stark Zinsänderungen Anleihen treffen (mit Rechenbeispiel)
- Tracking Error: Abweichung vom Index messen
- Klumpenrisiko: wenn zu viel im Depot am selben Faktor hängt
